CIAO PLATZL


Time to say Goodbye oder wie man im Platzl sagt: "Pfiads eich bis boid!" Nach knapp sieben Jahren mit einer Unterbrechung eines halben Jahres heißt es erneut für mich, in unbekannte Fahrwasser zu springen und dem lieb gewonnen Haus am Platzl den Rücken zu kehren.

Viele Kolleginnen und Kollegen kamen und gingen und wahre Freundschaften entstanden im Rahmen der Ausbildung und Arbeit in der Sparkassenstraße 10 & 12.

Mit einem weinenden und einem lächelnden Auge blicke ich zurück auf all die Erlebnisse, Ereignisse und Veranstaltungen, die ich hier erlebte. Mit Sicherheit werde ich von der ein oder anderen Erfahrung auch noch meinen Enkeln erzählen!

Zusammen mit dem Team des Platzls und des Armbrustschützenzelts konnte ich meine Ausbildung sehr gut abschließen, den Titel des bayerischen Meisters der Hotelkaufleute gewinnen, den Rebranding-Prozess im Platzl als auch den Weg in ein digitales Zeitalter mit dem Armbrustschützenzelt gestalten und vieles mehr. 

Nun der Rückblick im Gesamten!


Nach meiner abgeschlossenen Ausbildung zum Anlagenmechaniker Heizung Sanitär Klimatechnik zog mich als einer der Letzten die Wehrpflicht in die Reihen der Soldaten und ich fuhr ein Jahr zur See auf der Fregatte Rheinland-Pfalz. Während meiner ersten Ausbildung arbeitete ich bereits nebenbei als Cocktailmixer und Barmann, wo mein Feuer für die Gastronomie entfacht wurde. An Bord wurde ich als Kellner der Offiziere eingesetzt und hatte auf Grund meiner Gastronomieerfahrung ein äußerst gutes Leben dort. Direkt vom Kriegsschiff aus bewarb ich mich bei mehreren Hotels als Hotelfachmann und wurde zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Das Platzl war das Erste von zehn Hotels und nach dem geschriebenen Test als auch nach dem Gespräch mit unserem Griechen ging ich nicht davon aus, hier gepunktet zu haben.

Der Anruf kam dann doch und es ging in die zweite Runde. Nach dem Folker Müller im Vorstellungsgespräch meinte, er würde mich gerne als Hotelkaufmann einstellen, sagte ich zu und startete im Herbst 2011 meine Ausbildung mit einem lustigen Haufen anderer Azubis.

Während meiner Ausbildung verbrachte ich unter anderem ein halbes Jahr im Minibarservice - der Minibarmann war leider immer krank und ein Nachfolger war nicht in Sicht, weshalb meiner einer für diesen anspruchsvollen Job herhalten musste. Auch im F&B Büro verbrachte ich knapp ein halbes Jahr (Zu dieser Zeit war F&B, Wareneinkauf, Magazin, etc. eine Abteilung) und durfte den damaligen F&B Manager vertreten, als dieser für knapp 8 Wochen in den Vaterschaftsurlaub ging. Eine lange Zeit durfte ich die Damen der Buchhaltung terrorisieren und scannte rückwirkend die letzten zehn Jahre Rechnungen ein - Digitalisierung kann so spannend sein.

Eines der Highlights war sicher auch die KickOff in der Platzl Tiefgarage, die erste von Azubis organisierte Veranstaltung, die mit den heutigen Platzl Veranstaltungen nicht mehr zu vergleichen ist. Eines Tages kam dann der Tag der Abschlussprüfung, die Mündliche fand im Platzl statt was für mich hieß: Um 07:00 Uhr ins Büro, Waren bestellen und annehmen, um 09:00 Uhr kurz zur Prüfung ehe es dann im Büro wieder weiter ging. 

Mein weiteres Verbleiben im Platzl wurde kurz vorher schon mit einem Vertragsabschluss für eine neue Position gesichert. Die Stelle des Sales- & Marketingassistent musste mit Arbeit gefüllt werden und Heiko Buchta brachte viel neuen Wind in das traditionsreiche Unternehmen, was heißt ich war gut beschäftigt, all seine Ideen umzusetzen. 

Ein Jahr lang brachten fast täglich neue Arbeitsgebiete meinen Alltag stets ins Wanken. Zusammen mit dem Team von Online-Birds gestalteten wir die neue Homepage und arbeiteten vor dem Live-Gang oft bis spät in die Nacht. Das Platzl gestaltete sich um und in einigen Fällen war ich sehr froh, ein Teil davon gewesen zu sein. Leider zog es auch den bitteren Geschmack mit sich, dass sich einige Kolleginnen und Kollegen durch den Neuerungsprozess verabschiedeten. 

Ende Juli 2015 hieß es auch für mich "Servus Simon" und ich verabschiedete mich zu einem neuen Abenteuer.

Im Herbst ging ich als Chef de Rang an Bord der Seabourn Soujourn und wurde nach einem Monat als Verantwortlicher der Nachtschicht im Roomservice.

Im März 2016 war bereits wieder mein "Willkommen zurück" in den Räumlichkeiten des Platzls bzw. in der Verwaltung des Armbrustschützenzelts. Sehr herzlich wurde ich von alten Kolleginnen und Kollegen aufgenommen und lernte auch neue kennen. Das Team des Armbrustschützenzelts war über die letzten drei Jahre mehr als nur mein Team, sondern eine wahre Familie. Gemeinsam verbrachten wir viele Stunden beim Klang von "Hulapalu" und "An Tagen wie diesen" als auch im Büro in der Sparkassenstraße. Wer weiß, die Sucht der Wiesn lässt einen schließlich nicht so einfach los und man sieht sich sicher wieder!

Während meiner Arbeit konnte ich in einem Fernstudium meinen Hotelbetriebswirt machen und auch glücklicherweise meine Arbeit in einer lokalen Brauerei ausgiebig nachgehen.


Zusammenfassend möchte ich keine Sekunde meiner Zeit im Platzl vermissen, auch wenn nicht alles immer Rund lief. Durch Fehler lernt man am Besten und ich bin froh, dass ich dort, wo Münchens Herz schlägt, viele lebenswerte Erfahrungen sammeln konnte. Vielen Dank auch an die Familie Inselkammer, Heiko Buchta und Folker Müller für die Chancen, die mir im Unternehmen ermöglicht wurden.

Ich wünsche euch allen weiterhin eine gute Zeit und bin froh, wenn man voneinander hört, liest, sich über den Weg läuft oder vielleicht sogar beruflich wieder miteinander zu tun hat.

 

Liebe Grüße und bis bald, 

 

Simon