Urlaub Zuhause - Teil 1: Ein Trip durch Deutschland

1.Stopp - Malchow, Waren (Müritz), Schwerin

Wir starteten an einem Samstag, morgens um kurz nach drei Uhr - ich hätte in diesem Moment meine Freundin erschlagen können, aber ich war dann doch zu müde. Wir entschieden uns, nach der geplatzten Großbritannien-Reise dann doch in Deutschland zu bleiben und buchten uns ganz nette Unterkünfte. Gegen Mittag erreichten wir unser erstes Domizil, das Hotel Inselhof in der Altstadt von Malchow. Ein super schön renovierter Hof mit Gästezimmern und Blick auf die Mecklenburgische Seenplatte, sowie einem eigenen Steg. Wir erkundeten erstmal die nähere Umgebung mit unseren Fahrrädern und gönnten uns die ersten Fischbrötchen - Backfisch & Makrele! :-) Mit den Fahrrädern kommt man allgemein sehr weit hier an der Seenplatte, die Radwege sind Top und für die geographische Landschaft braucht man kein E-Bike.

An Tag zwei radelten wir nach Waren (Müritz), der heimlichen Hauptstadt der Seenplatte - ein Highlight hier war der Töpfermarkt. Auf Töpferprodukte und Handwerkskunst wird hier viel gesetzt, zumindest gab es viele Stände mit Produkten - ob es dann gekauft wird, ist wohl eine andere Frage! 

Am letzten Tag an der Platte fuhren wir in die Landeshauptstadt Schwerin, wo der Landtag in einem Märchenschloss residiert. Schön hergerichtete Baudenkmäler reihen sich an Bauten, die in Zeiten des eisernen Vorhangs schnell hochgezogen wurden. Im Großen und Ganzen aber eine wirklich schöne Stadt, die zum Verweilen einlädt.

2.Stop: Stralsund, Rügen, Rostock

Auf den Spuren der Hanse sowie auch meinen Fußspuren, die ich hier im Norden vor mehr als 10 Jahren hinterließ, reisten wir zu unserem nächsten Stopp nach Stralsund. Zugegeben, als ich meinen Grundwehrdienst im Frühling 2010 hier in Parow machte, sah das alles gefühlt anders aus. Im Hotel Hanseat hatten wir auch eine weit komfortablere Unterkunft als damals in der Kaserne - wobei es damals auch eine wirklich tolle Zeit war. Die Altstadt erkundeten wir im Schnelldurchgang, sehr zu empfehlen der Aufstieg in die Kirchturmspitze der St.-Marien-Kirche. Zwischen 1549 bis zu einem Blitzeinschlag 1647 war der Turm mit 151 Metern das höchste, bekannte Bauwerk der Welt. Heute blickt man von 104 Meter auf die Altstadt und bei guten Wetter auch weit auf die Insel Rügen, welche wir am nächsten Tag bereisten. Bei strahlendem Sonnenschein und einer straffen Brise besuchten wir Rügen - an den meisten Orten, an denen wir stoppten, merkte man, dass viele Deutsche den Weg gen Norden statt in den Süden antraten. Ein absolutes Highlight war die Besichtigung der Wohnanlage "PRORA", die zu Deutschlands braunen Zeiten als Erholungsanlage für 20.000 Soldaten samt Familien gebaut wurde. Heute haben Investoren Luxuswohnungen mit Blick auf die Ostsee und Hotels darin errichtet. Von der dunklen Vergangenheit zeugt nur noch das "Dokumentationszentrum". 

Weiter gings zum Kap Arkona, dem zwar nicht ganz nördlichsten, aber mit Sicherheit einem der schönsten Orte der Insel Rügen. Da wir verhältnismäßig spät dort ankamen, war die große Welle der Touristen bereits weggerollt. Die Kalksteinküste, die Sonne und das Meer lassen einen direkt glauben, man sei in der Südsee.

Unser kurzer Abstecher nach Rostock war zwar schön, jedoch wird die Stadt nicht unser Traumziel bei der nächsten Reise. Eine schöne Altstadt vermischt mit Bauten, für die der Stadtrat aus der Stadt gejagt gehört. Aber: Warnemünde, eine halbe Stunde außerhalb von Rostock und das Freizeitdomizil der Städter, hat wirklich eine schöne Seite.

3.Stopp: Wismar, Lübeck

Die nächsten beiden Städte der Hanse boten imposante Altstädte, auf dem alten Friedhof in Wismar verbrachte ich sogar einige Stunden. Auf Erklärtafeln, an Gräbern von eiflussreichen Bürgern, stehen ausgiebige Geschichten über die im Grabe liegenden Personen. Radelt man von der Innenstadt an der Werft vorbei, so sieht man rechts und links im Gegensatz zur Altstadt den feinsten Plattenbau.  Ein Sonnenuntergang an der Seebrücke Wendorf lässt allerdings alles um einen herum vergessen und man genießt in diesem Fall nur das Hier und Jetzt. Von unserer Unterkunft, dem Park Inn Wismarwaren es zu Fuß nur wenige Minuten zur Innenstadt. Die Innenausstattung der Hotelzimmer wurde von der angrenzenden Werft übernommen, daher fühlt man sich wie in der Kabine eines Kreuzfahrtschiffs - da weiß man sofort, wieso die Leute viel Zeit außerhalb ihrer Kabine verbringen. :-) Wenn ihr mal in Wismar seit, geht ins Restaurant "Alter Schwede" - es befindet sich im ältesten Bürgerhaus Wismars und bietet traditionelle Gerichte zu einem Top Preis/Leistungsverhältnis!

In Lübeck ganz wichtig: Marzipantorte im Stammhaus von Niederegger essen und durchs Holstentor laufen. Die Altstadt wird auch bezeichnet als "Stadt der sieben Türme" und bietet für Liebhaber alter Gemäuer ein wahres Eldorado. 

4.Stopp: Büsum, St. Peter Ording, Helgoland

Es geht ins Finale. Die letzten Tage unseres Deutschland-Trips verbrachten wir im super schönen Lighthouse Hotel in Büsum an der Nordseeküste. Das Spektakel der Gezeiten faszinierte uns von der ersten Stunde unserer Ankunft. Da das Hotel in den Damm gebaut wurde, konnte man vom Hotelzimmer direkt aufs Meer blicken. Wir sprangen Barfuß durch das Watt, spazierten im Wattenmeer bis uns die See aus dem Wasser trieb und tranken bei straffem Wind herbes Bier. 

Beim Ausflug nach St. Peter Ording stellten wir fest, dass sich weit mehr Deutsche für die Nordseeküste als für die Ostsee entschieden. Doch am Rande der haushohen Dünen fand man dennoch einen Platz und seine Ruhe.

Als wir am vorletzten Tag nach Helgoland starteten, wurde bereits vor der Abfahrt eine raffe See angekündigt. Der Seegang forderte nicht nur unser Frühstück, sondern ließ an sämtlichen Stellen die vorher ausgeteilten Kotztüten füllen. Auf Helgoland selbst besuchten wir die "Lange Anna" und kauften, wie die meisten Besucher, Zollfrei ein. Zurückgekommen erholten wir uns von den Strapazen im kleinen, aber feinen Wellnessbereich. Auch der schönste Trip geht einmal vorbei - Wir besuchten auf der Heimfahrt noch Bekannte in Kassel und Heidelberg ehe wir die letzten Tage im Schwarzwald verbrachten, aber hierzu mehr in einer anderen Folge.